OHWHY

It rarely happens nowadays that young people get involved with such traditional and in the past of pop and classic rock successful music like the Munich band OHWHY. Ambitious, yes, brave you could call it – or simply convinced of their own cause. And rightly so, because there is no lack of hard work and inventiveness. Like a swirling dance across a polished parquet, you don’t want to stop yelling “Yeah I like it” with the singer in the choir. Only to then again with a cigarette of the late evening lost in toughts listening to a dreamy piano.

Es passiert mittlerweile selten genug, dass junge Menschen sich auf derart traditionsreiche und in der Vergangenheit des Pop und Classic Rock deutlich mit Erfolg beladene Musik einlassen, wie die Münchner Band OHWHY. Ambitioniert, ja, mutig könnte man es nennen – oder auch einfach überzeugt von der eigenen Sache. Und das zurecht, denn an Fleiß und Ideenreichtum mangelt es ganz und gar nicht. Ihr zu 100% eigenhändig produziertes Debut-Album „Planet 9“ ist äußerst facettenreich. Die ausdrucksstarke Alt-Stimme der Sängerin streichelt einem in frecher Marilyn Monroe Attitüde wie Samt über die Haut, und getragen von den orgelhaften Klangflächen eines Keyboards wie etwa in „Being Blue“ schiebt sie den Hörer sanft in die pastellfarbene Welt alter Filme. Diese bluesigen, teils gefühlsschwangeren Balladen triefen nur so von dem Rotwein, in dessen Gesellschaft man derartige Musik wohl am besten genießen sollte. Das puristische aber interessante Songwriting von „Christie“ – gut platziert in der Mitte des Albums – lässt jedoch hierbei kurz innehalten. Wie ein dramaturgisches Stilmittel, um der Handlung genügend Raum für eine Rekapitulation zu geben, stellt sich hier die zentrale Frage des Albums, oder vielleicht des Lebens: „Oh, why?“ Unter die Balladen mischen sich jedoch auch einige sehr kraftvolle und intensive Songs. Tanzbare Rhythmen treiben, in einer gut produzierten Mischung aus Indie und Rock’n’Roll, Songs wie „Am I Right“ oder „From Outer Space“ voran. Wie bei einem wirbelnden Tanz über ein poliertes Parkett, möchte man gar nicht mehr aufhören „Yeah I like it“ mit der Sängerin im Chor auszurufen. Nur um dann wieder in Gedanken versunken, bei der Zigarette des fortgeschrittenen Abends, dem träumerischen Klavier von „You“ zu lauschen. Und schließlich in verzweifelter Euphorie zu den nahezu nostalgischen Soli von „Angry Angelina“ noch einmal wie ein einsamer Wolf dem Abendhimmel entgegen zu heulen. Ein emotionsgeladenes Album also – sanft und nachdenklich, energisch und euphorisch. Dies ist keine kühle oder distanzierte Musik. Nein, das Herzblut und die Wärme, die in diesem Album stecken, lassen sich in jeder einzelnen Note spüren.

Marietta Jestl

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